Die Autorin
„Ich schreibe nicht für Menschen, sondern für die Hunde, die hinter ihnen stehen."
Dieser Satz begleitet mich seit vielen Jahren, weil er beschreibt, was mich antreibt.
Mein Lebensweg begann Anfang der 1970er-Jahren im geliebten Sauerland, in einer Landschaft, die mich früh lehrte, aufmerksam zu beobachten und die stillen Zwischentöne zwischen Mensch und Tier wahrzunehmen.
Ein altdeutscher Schäferhund in meiner Familie war mein erster Lehrer. Er zeigte mir, wie viel ein Hund sagt, ohne ein einziges Wort zu benötigen und wie feinfühlig ein Tier reagiert, wenn man bereit ist zuzuhören.
Diese Verbundenheit mit Hunden hat mich mein Leben lang begleitet.
Seit den 1990er‑Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in der Rassehundezucht, im Hundesport und in der Betreuung von Hunden älterer Menschen. Ich unterstütze Tierschutzvereine und Tierheime und fühle mich besonders der Boxernotrufzentrale e. V. verbunden, deren Arbeit ich seit 2002 mit großem Engagement begleite.
Ich bin als Sachverständige nach dem Landeshundegesetz (LHundG) NRW offiziell durch das Landesamt für Verbraucherschutz (LAVE) anerkannt. In meiner Funktion für die Sachverständigenstelle des DGHV (Deutscher Gebrauchshundeverband) bin ich berechtigt, folgende Prüfungen abzunehmen: zur Erteilung von Sachkundebescheinigungen für Hunde bestimmter Rassen und für große Hunde (nach § 10 Abs. 3 LHundG NRW und § 11 Abs. 3 LHundG NRW) und zur Durchführung von Verhaltensprüfungen für Hunde bestimmter Rassen (nach § 10 Abs. 2 LHundG NRW).
Im Rahmen meiner kynologischen Tätigkeit bin ich zudem Leistungsrichterin im DGHV - Deutscher Gebrauchshundeverband. Diese Aufgabe verbindet fachliche Präzision, sportliche Fairness und ein tiefes Verständnis für das Zusammenspiel von Mensch und Hund.
Als Mitglied der Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung e. V. (GkF) fördere ich zudem den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und unterstütze Entwicklungen, die das Leben von Hunden nachhaltig verbessern.
Mein beruflicher Weg ist geprägt von Neugier, fachlicher Tiefe und dem Wunsch, Hunde und ihre Menschen wirklich zu verstehen.
Ich bin zertifizierte Kynologin und Tierpsychologin mit Spezialisierung auf artgerechte Haltung, Betreuung und Verhaltensberatung.
Ich bin ebenso zertifiziert als Hundefriseurin, Ernährungsassistentin Hund® (EaH), Ernährungsberaterin mit Fachrichtung Hund (EBH), ausgebildete Kynophobieberaterin SDTS®, Maulkorbberaterin und Coach für Waldbaden mit Hund.
Darüber hinaus habe ich Ausbildungen in psychologischer Beratung absolviert, u. a. mit Schwerpunkten in Thanatologie und Gerontologie, sowie in Tierheilpraktik und Tierphysiotherapie.
In Phyto- und Mykotherapie bin ich ebenfalls geschult.
Mein fachliches Fundament wird durch mehrere zertifizierte Hundetrainerausbildungen ergänzt.
Ich bin ausgebildete und zertifizierte Hundetrainerin SDTS® mit Fokus auf Problemhundetherapie, Hundetrainerin DGHV in der Fachrichtung Aufbau und Erziehung sowie Problemhundeberaterin SDTS®. Umfangreiche Weiterbildungen zur Sachkunde nach §11 des Tierschutzgesetzes in den Abschnitten 2, 3, 5, 8a, d und f bilden die Grundlage für meine Erfahrung in Haltung, Ausbildung, Zucht, Transport, Pflege, Therapie und Tierschutz.
Das Herzstück meines Wirkens ist das SDTS®, das Speechless Dogtrainingsystem, das mein Ehemann Gerhard Wiesmeth (1999, Hundewelten) entwickelt hat. Dieses kognitiv‑behavioristische Konzept geht davon aus, dass Hunde über ihre Sinne Reize aufnehmen, verarbeiten und entsprechend handeln. Extrinsische Motivation durch primäre Verstärker wie Futter wird bewusst, zwanglos, gewaltfrei und ohne besondere Hilfsmittel eingesetzt. Ziel ist ein respektvolles, klares Miteinander, das auf Verständnis sowie positiver Verstärkung und nicht auf Druck basiert.
Besonders am Herzen liegen mir Hunde mit traumatischen Erfahrungen und Menschen, die unter Hundeangst (Kynophobie) leiden. Für sie entwickle ich einfühlsame Strategien, begleite sie durch schwierige Prozesse und veröffentliche regelmäßig Fachartikel zu Kommunikation, Verhalten und Ernährung.
Auch die Trauer um ein verstorbenes Tier hat ihren Platz in meiner Arbeit. Als zertifizierte Trauerbegleiterin unterstütze ich Tierhalter darin, ihren Verlust zu verarbeiten und Raum für Gefühle zu finden, die oft keinen gesellschaftlichen Platz haben.
In meiner Tätigkeit als geprüfte Dozentin und zertifizierte Dozentin für Therapieberufe in der Erwachsenenbildung verbinde ich Wissen mit Wärme. Ich unterrichte praxisnah, respektvoll und mit besonderem Augenmerk auf stressbewältigende Ansätze und innovative Methoden.
Ich entwickle komplette Fernstudiengänge und führe sie bis zur ZFU‑Reife und Anerkennung, darunter die Fernstudiengänge Ernährungsassistent Hund® und Trauerbegleiter/-in Schwerpunkt Tierhalter. (Buchbar unter www.Hundewelten.de)
Privat finde ich Ruhe und Klarheit in der Fotografie und im Bogenschießen. Gemeinsam mit meinem Mann Gerhard und unserer Dackel‑Mix Hündin Else, die mich bis 2025 begleitet hat, schöpfe ich Kraft und Inspiration für meine Arbeit.
Für weitere Informationen besuchen Sie: www.ernaehrungsassistent-hund.de
Exkurs:
Kognitiv – beschreibt das gesamte Denk- und Wahrnehmungsvermögen des Hundes - den Hundeverstand sozusagen. Hierzu greift der Hund auf seine Sinne zurück, mit denen er akustische (hören), visuelle (sehen), olfaktorische (riechen), gustatorische (schmecken) und taktile (fühlen) Reize wahrnimmt und verarbeitet.
Der Behaviorismus (engl. Behaviorism; von engl. behavior = Verhalten) erforscht und erklärt das Verhalten von Menschen und Tieren mit naturwissenschaftlichen Methoden. Dabei beschränkt sich ein Behaviorist auf das von außen objektiv beobachtbare Verhalten als Reaktion auf Reize.
Extrinsisch – bedeutet, dass Verhalten durch äußere Faktoren beeinflusst oder ausgelöst wird (z. B. Futter, Beute, soziale Verstärkung). Extrinsische Motivation beschreibt den Antrieb, ein Verhalten zu zeigen, weil ein äußerer Reiz oder Anreiz wirkt. Motivation ist also der Antrieb, der ein Verhalten entstehen lässt und extrinsische Motivation entsteht durch äußere Reize.
Intrinsisch – bedeutet, dass Verhalten aus inneren Faktoren heraus entsteht, also ohne äußere Anreize wie Futter, Beute oder soziale Verstärkung. Intrinsische Motivation beschreibt den Antrieb, ein Verhalten zu zeigen, weil es sich von innen heraus lohnend anfühlt – etwa durch Freude, Neugier, Wohlbefinden oder das Bedürfnis nach Aktivität. Motivation ist also der Antrieb, der ein Verhalten entstehen lässt und intrinsische Motivation entsteht durch innere Reize, Bedürfnisse oder positive Empfindungen.
Primäre Verstärker sind Reize, die von Natur aus stärkend auf den Organismus wirken, also ohne vorheriges Lernen. Sie befriedigen grundlegende Bedürfnisse und wirken deshalb unmittelbar motivierend. Dazu gehören zum Beispiel Futter, Wasser, Wärme, soziale Nähe oder das Stillen von Sicherheits‑ und Komfortbedürfnissen.
Sekundäre Verstärker hingegen erhalten ihre Bedeutung erst durch die Verknüpfung mit primären Verstärkern. Ein Lobwort, ein Marker, ein Klicker, eine Strafe oder die Aufmerksamkeit des Menschen wird erst dann wirksam, wenn der Hund gelernt hat, dass darauf etwas Angenehmes oder Unangenehmes folgt. Mit der Zeit entwickeln diese sekundären Verstärker eine eigene motivierende Kraft und können Verhalten – positiv wie negativ – ebenso zuverlässig beeinflussen wie primäre Verstärker.